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Tipps für Zeremonienmeister

...für eine gelungene Planung und Durchführung einer Hochzeit

DJ JPW Strausberg

Jens-Peter Weismantel

Mobiler Discjockey
Strausberg

 

In diesem Blog schreibe ich über Themen, die mich in meinem Beruf als DJ besonders bewegen.

Das Brautpaar hat dich als Zeremonienmeister auserkoren – herzlichen Glückwunsch. Das ist sehr vorausschauend, denn eine Hochzeitsfeier sollte kein Selbstläufer sein.

Kopfschütteln verursachen mir immer die Paare, die jede Farbnuance auf der Tafel und jeden Serviettenknick im Voraus planen, aber den Verlauf der Feier dem Zufall überlassen wollen. Anders als bei einer Geburtstagsfeier kann man bei Planungsfehlern oder fehlender Planung nicht einfach sagen: „Im nächsten Jahr machen wir es besser.“

Wahrscheinlich übernimmst du diese Aufgabe zum ersten Mal, darum sollen dir die nachfolgenden Tipps dabei helfen. Zu diesem Thema lassen sich einige Kapitel eines ganzen Buches füllen, ich will versuchen, mich etwas kürzer zu fassen.

Wenn du ein zuverlässiges Organisationstalent mit guten kommunikativen Fähigkeiten sowie durchsetzungsfähig bist und Freude an dieser Aufgabe hast, bist du die richtige Person für einen Zeremonienmeister.

Das Phänomen auf einer Hochzeit ist, dass jeder Gast sich plötzlich berufen fühlt, als Entertainer, Sänger oder Spielemaster auflaufen zu wollen, egal ob er es kann oder nicht. So reicht die Resonanz der anderen Gäste auf solche Beiträge von fröhlicher Stimmung bis zu unterdrücktem Gähnen. Du hast es in der Hand, ob die Hochzeit von gelangweilten Gästen und einem enttäuschten Brautpaar oder von fröhlichen Gästen und einem glücklichen Brautpaar verlassen wird.

Insofern gilt: Sei lieber ein Spielverderber als eine Spaßbremse.

 

Die Vorbereitung

Lasse deine Kontaktdaten und eine Deadline für die Kontaktaufnahme mit dir (spätestens 1 Monat vor der Hochzeit) an die Gäste weitergeben, vielleicht mit der Einladung, am besten im Zusammenhang mit den Wünschen des Brautpaares für diesen Tag. Auch sämtliche Dienstleister des Hochzeitstages sollten dich als Ansprechpartner für diesen Tag kennen.

Der Hochzeitstag wird viel schneller als erwartet vergehen. Erstelle darum gemeinsam mit dem Brautpaar eine präzise Planung für den gesamten Tag, angefangen beim Aufstehen. Plane realistisch und rechne nach, vermeide doppelte Ereignisse, längere Pausen und Planungslücken.
Beispiel für eine Dopplung: Wenn jeder Hochzeitsgast unmittelbar nach der Trauungszeremonie nur 30 Sekunden lang seine Glückwünsche ausspricht, dauert das bei 60 Gästen eine halbe Stunde. Beim anschließenden Empfang steht man aber denselben Gästen erneut gegenüber und kann deren Glückwünsche entgegennehmen.
Fazit: Eine halbe Stunde entweder gefeiert oder geschreddert. Deine Aufgabe soll jedoch nicht darin bestehen, Farben für die Deko mit auszusuchen oder das Format der Einladungen.

Sammle diskret die Beitragswünsche der Gäste, dulde aber keine Heimlichtuerei dir gegenüber, frage nach Inhalt und Dauer des Beitrags. Ein Gast, der kaum in der Lage ist, dir seinen Beitrag zu erklären, wird es auch während der Feier vor einem Publikum nicht besser können. Benötigt ein Gast musikalische oder technische Unterstützung, besprich das mit dem DJ oder vermittle den Kontakt.

Ansprachen kommen traditionell nur von den Eltern der Brautleute, in Ausnahmen auch von engen Freunden. Nimm Einfluss darauf, dass diese jeweils nicht länger als 3-5 Minuten dauern. Ein günstiger Zeitpunkt dafür sind die Mahlzeiten, z.B. beim Abendmenü zwischen den Gängen.

Weise alle unerwünschten Beiträge höflich und bestimmt zurück, aber auch die, die keinen Bezug zum Brautpaar haben, keinen Unterhaltungswert versprechen oder länger als 5-8 Minuten dauern sollen. Gereimte Glückwünsche kann man dem Paar beim Empfang und Überreichen der Geschenke vortragen und muss nicht alle Gäste damit quälen. Besonders schlimm sind diese Gedicht-Downloads aus dem Internet, bei denen nur die Namen eingesetzt werden oder so unsinnige bzw. nicht mehr zeitgemäße Beiträge, wie die Hochzeitskutsche (ein Trinkspiel), Übereinstimmungsspiele, Baumstammsägen oder ein Herz aus einem Laken schneiden.

Ergeben sich trotzdem längere Pausen, wie z.B. zwischen einer zeitigen Trauung am Vormittag und dem Empfang am Nachmittag, lässt sich diese Zeit für ein Paar-Shooting mit dem Hochzeitsfotografen nutzen. Für die Gäste kann man diese Zeit „zur persönlichen Verwendung“ ausweisen. Weit angereiste Gäste werden diese Zeit vielleicht verwenden, um sich zu erfrischen und zu ruhen. Für die ruhelosen Gäste kann man ja Infos über Touristenmagneten in der Nähe auf den Gästezimmern auslegen. Es empfiehlt sich nicht, die Hochzeits-Location samt Bar bereits für die Gäste zu öffnen. Viele Gäste halten dem Druck einer Druckbetankung aus Langeweile nicht stand.

 

Der Hochzeitstag

Der Hochzeitstag ist auch dein großer Tag. Du musst mit Feingefühl und Nachdruck, jedoch ohne dass die Feiernden Druck spüren, deine Planung durchsetzen. Das Brautpaar soll diesen Tag feiern und sich im Idealfall keine Gedanken um Uhrzeit, Planung und Organisation machen müssen.

Du wirst zeitlich in Verzug geraten. Sorge unbedingt dafür, dass beide Brautleute pünktlich vor dem Traualtar erscheinen, ansonsten stehe drüber und bleibe gelassen. Du bist kein Bahnschaffner und musst die Hochzeitsfeier nicht „abfertigen“. Informiere ständig und zeitnah die von eventuellen Verzögerungen betroffenen Hochzeitsdienstleister (Friseur, Kosmetiker, Fotograf, Chauffeur, Küche, Service, Caterer, DJ, Unterhaltungskünstler). Lasse dich von den Trauzeugen oder engen Freunden unterstützen, delegiere Aufgaben und fungiere wie ein Dispatcher. Je größer die Feier ist, umso weniger wirst du in der Lage sein, dich selbst um jede Kleinigkeit zu kümmern. Feiern willst du ja schließlich auch.

Gib den Gästen den Tagesablauf bekannt, vielleicht schon als Beilage der Einladung, als Flyer auf den Gästezimmern, auf einem Flipchart im Eingangsbereich der Location oder mit kleinen Displays auf den Tischen. Gäste in Ungewissheit werden ungeduldig, fragen ungehalten nach und sorgen so für schlechtere Stimmung. Gut informierte Gäste sind disziplinierter und müssen nicht erst zu den Programmpunkten „eingesammelt“ werden.

Sorge dafür, dass Gäste, die Entertainer sein dürfen, zum Zeitpunkt ihres Auftritts auch verfügbar sind. Acts, die angekündigt wurden, dann aber nicht auftreten, verursachen Ungeduld und schon sinkt die Stimmung.

„Lies“ die Gäste während der Feier, „fange“ unzufriedene Gäste auf und versuche deren Problem zu lösen. Oft sind es banale Dinge, wie zu warmes Bier oder schlechte Raumluft, die sich mit ein paar vermittelnden Worten aus der Welt schaffen lassen. Schlechte Stimmung verbreitet sich ebenso schnell wie gute und sollte schnell erstickt werden.

Vermeide nach der Tanzeröffnung Unterbrechungen, bei denen sich alle Gäste setzen und zuschauen oder den Saal verlassen müssen. Während eines Feuerwerks oder eines Spiels um 22:45 Uhr wird vielen Gästen plötzlich bewusst, wie spät es ist und wie müde sie vielleicht schon sind. Unmittelbar im Anschluss werden sich Gäste verabschieden und weitere werden sich anschließen. Eine Eisbombe zu Mitternacht oder das Anschneiden der Hochzeitstorte zu dieser Zeit sind wahre Partykiller. Auch der beste DJ kann keinen nahezu leeren Saal mehr rocken.

 

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg bei deiner Aufgabe.