-Mitglied im Berufsverband Discjockey e.V.-

Ich akzeptiere:

Maestro-Logo V-Pay Logo 3 Kreditkarten-Logo

Über die Preise

Was steckt alles hinter einem DJ-Preis?

DJ JPW Strausberg

Jens-Peter Weismantel

Mobiler Discjockey
Strausberg

 

In diesem Blog schreibe ich über Themen, die mich in meinem Beruf als DJ besonders bewegen.

Häufig wird mir die Frage gestellt, wieviel ich für einen Abend koste. Wenn ich dann meinen Startpreis von 480 EUR DJ-Gage für 6 Stunden nenne, bekommen viele große Augen. Warum so viel? Ein erfahrener Eventplaner nickt an der Stelle jedoch nur zustimmend und kommentiert: "... also mittleres Preisniveau!"

Ein namhaftes DJ-Vermittlungsportal hat zum Frühjahr 2018 statistische Erhebungen veröffentlicht. Danach beträgt die durchschnittliche DJ-Gage in Berlin/ Brandenburg 512 EUR, zum Vergleich in Baden-Württemberg werden durchschnittlich 718 EUR aufgerufen.

Wie in einem anderen Blogartikel bereits erwähnt, benötigt ein DJ keinerlei Zertifikat oder Berufsabschluss für seine Tätigkeit. So wird man bei intensiver Suche auch im unteren Preisniveau immer einen DJ finden, der noch billiger ist und sogar noch den gesetzlichen Mindestlohn unterbietet. Bei wem dann nicht die Alarmglocken schrillen, dem ist nicht mehr zu helfen. Mir würden dabei sofort Stichworte wie Lohndumping, Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Urheberrechtsverletzung einfallen.

Warum überhaupt Geld für einen Discjockey ausgeben? Schließlich spielt der ja nur Musik ab. Das macht ein an Lautsprechern angeschlossener Computer oder MP3-Player ganz alleine. Es ist dagegen völlig in Ordnung, für sein Auto 60 bis 120 EUR netto pro Stunde zu zahlen, damit jemand Teile an- und abschraubt. Schrauben kann aber auch ziemlich jeder, denn das wurde in der Kita in didaktischen Spielen vermittelt. Wie der Fachmann in der Werkstatt ist ein DJ ist auch mehr als eine menschliche Musikbox.

Zugegeben, es gibt auch DJs, die arbeiten noch schlechter, als ein MP3-Player, aber um diese soll es hier nicht gehen. Ein guter Discjockey ist eher so etwas wie eine Mischung aus Entertainer, wandelnder Musikdatenbank, Tontechniker, Geschäftsmann und Handwerker. Während der Veranstaltung nimmt er die Stimmung ihrer Gäste in sich auf und beeinflusst mit der passenden Musik deren Stimmung in die von Ihnen gewünschte Richtung. Das bedarf Beobachtungsgabe, Empathie, Erfahrung und das kann nicht einfach von einem Gerät übernommen werden.

Ein Blog-Post eines Kollegen drehte sich um ein Brautpaar, das in einer geschmackvollen Location mit 100 Gästen feiern wollte. Sie planten für ihren DJ tatsächlich 5 EUR je Gast ein, während ein Stuhlhussen 9 EUR kostete. Ja, der tote Stoff sollte tatsächlich mehr Geld verdienen, als ein erfahrener DJ. Die Planung beruhte jedoch auf Unerfahrenheit. Dem Kollegen ist es letztlich gelungen, das Paar davon zu überzeugen, dass er mehr kann, als gut auszusehen und einen Stuhl zu verstecken und er bekam eine angemessene Gage.

Neulich las ich in einem Hochzeitsforum einen Thread zu diesem Thema. Da bekam ein DJ für einen Polterabend mit 200 Personen gerade mal 400 EUR. Die Braut, die das gepostet hat, fand das okay. Bitte?! Muss man Geiz wirklich noch öffentlich zur Schau stellen?! Sie hat das Budget, 200 Personen zu bewirten, aber gibt nur 2 EUR pro Person für den DJ aus, der ganz individuell für sie und ihre Gäste arbeitet. Zur Erinnerung: Eintrittspreise im Club liegen zwischen 5 EUR und 15 EUR, wo der DJ nur sein Set spielt und nicht auf Gästewünsche eingeht.

Im selben Thread regte sich auch noch jemand auf, warum ein DJ-Kollege sich die Fahrt zu einem persönlichen Vorgespräch von über 200 km extra bezahlen ließ. Das muss doch schließlich inklusive sein. Auch wenn die Werbung überall immer wieder Gratisleistungen anpreist, glauben Sie mir, kein professioneller Anbieter macht irgendetwas gratis.

Als Beispiel:
Sie buchen einen DJ für eine 6-stündige Veranstaltung - glauben Sie. Tatsächlich buchen Sie:

  • 1,0 Stunden für Auftrags- und Terminmanagement, also der "Büro- oder Papierkram"
  • 0,5 Stunden für das Telefonat zur Vorbereitung Ihrer Veranstaltung
  • 1,0 Stunden für die die Zusammenstellung Ihrer Wunschlisten
  • 0,5 Stunden für die Auswahl der Technik im Lager und Beladen des Fahrzeugs
  • 0,5 Stunden als durchschnittliche Anfahrtzeit zum Veranstaltungsort
  • 1,0 Stunden für Entladen, technischen Aufbau in der Location, Sound- und Lichtcheck, Umkleiden und Erfrischen
  • 6,0 Stunden Musikveranstaltung
  • 1,0 Stunden für Abbau und Verladen
  • 0,5 Stunden für eine durchschnittliche Heimreise
  • 1,0 Stunden für das Entladen des Fahrzeugs, Reinigen und Einlagern der Technik, Laden gebrauchter Akkus
  • Wie Sie am Rechenbeispiel sehen, bin ich jedoch nicht nur 6, sondern 13 Stunden für Sie tätig, wofür Ihnen Autowerkstätten übrigens zwischen 920 EUR und 1860 EUR berechnen würden. Dieser Aufwand ist komplett in den 480 EUR Gage enthalten. Wünscht ein Kunde zusätzliche Leistungen, sind diese auch zusätzlich zu bezahlen. Bei einem DJ-Komplettangebot kommen noch die Kosten für den Einsatz der Ton- und Lichttechnik hinzu. Trotz aller Sorgfalt muss veraltete oder defekte Technik nach gewisser Zeit durch Neuanschaffungen ersetzt werden.

    Möglicherweise kann man hochwertige Technik so lange nutzen, bis das Gehäuse durch den Transport durchgescheuert ist. Aber möchten Sie derart ramponierte Geräte auf Ihrer Hochzeit stehen haben? Während im Club festinstallierte Geräte durchaus auch mal 10 Jahre lang genutzt werden, muss ein mobiler Discjockey Teile seines Equipments bereits nach einem Drittel der Zeit tauschen. Vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass ein qualitativ gutes Equipment für eine mittelgroße Familienfeier durchaus den Wert eines Kleinwagens erreicht.

    Wie Unternehmer anderer Branchen hat auch ein DJ laufende Kosten und zeitlichen Aufwand für:

  • ein Büro und dessen Ausstattung
  • Lagerräume
  • Betriebsversicherungen
  • private Kranken-, Pflegepflicht- und Rentenversicherung
  • ein Transportfahrzeug
  • Beiträge für den Berufsverband
  • Urheberrechtsabgaben an die GEMA
  • Werbung und Marketing, vorvertragliche Absprachen
  • Erkennen von Technik- und Musiktrends, Anschaffen und Einpflegen neuer Musik
  • Fortbildungsseminare, Fachliteratur
  • Steuerberater, Rechtsanwalt
  • Umsatzsteuer und Einkommenssteuer
  • Wie Sie sehen, kann ein professioneller Discjockey nicht jemand sein, der für etwas Bewirtung und ein kleines Taschengeld sein Hobby für einen Abend mit Ihnen teilt. Sicher werden Sie immer wieder auch solche Angebote finden, aber da Ihnen niemand etwas schenkt, wird so ein Anbieter es an vielen Stellen mangeln lassen, an den gesetzlichen Abgaben, an der Qualität der Technik, erfahrungsgemäß aber in allererster Linie an der Termintreue. Sobald jemand mit etwas mehr Taschengeld winkt, sind Sie diesen Anbieter sofort los und können froh sein, wenn er Ihnen zumindest noch absagt.

    Ich hoffe, ich konnte mit diesen Zeilen Ihre Sichtweise über die DJ-Preise in eine reale Richtung lenken.